Die Welt des Wolfs


Weitere Texte zum Gralskelch



1.

Du bist herein gekommen in diese Welt,
die dir vielleicht nicht immer gefällt,
doch weder stilles Leid,
noch wütender Streit

führen deine suchenden Schritte,
auf dem Wege durch die Mitte,
zu dem befreienden Instrument
nach dem dein Herz sich sehnt.

Der Gral wartet auf dich, nicht als eine der Sachen,
er ist verborgen in dir, bereit in dir zu erwachen,
gehoben zu werden als Schatz
und eingesetzt zu werden an deines Herzens Platz.

Die Liebe, die dich her geführt,
ist in ihm wach und führt dich zurück
zu dem ursprünglichen Ort,
von dem du einst gingst fort.

Wenn in diesem dunklen kalten Wald
seine Wärme in dir erstrahlt,
wirst du zu seinem Lichte finden
und seine Kraft wird sich entzünden.

2.

Wann ist es Zeit, dem Gral zu dienen?
Wie kannst du ihm dein Leben widmen?
Der heilige Kelch leuchtet immer auf
wenn sich wandelt deines Lebens Lauf.

Das durch jede erlittene Qual,
aber auch durch jedes Mahl
wenn du bewusst dir bist,
dass das, was du gerade ißt,

sich in dir wandelt und frei wird die Kraft,
die es auf deinen Tisch gebracht
und dass immer, wenn einer leidet,
sich eine neues Sein vorbereitet.

In diesen und noch anderen Fällen,
will der Gral sich vor dich stellen,
sei’s an der Tafel, sei’s auf der Liege,
und will dir reichen seine Liebe.

Er will dich erfüllen mit ihrem Willen,
und dieser ist es, nicht dein Tun und Fühlen,
der durch dich wirkt und handelt,
dich selbst und auch die anderen wandelt.

Wann immer es deiner Imagination gelingt,
die aus der Tiefe des Grals entspringt,
zu wecken der Liebe Lebenskraft,
ist sie es, die in dir sich regt und schafft.

Einst war der Gral in den Herzen der Profeten,
sie konnten durch ihn für sich und andere beten,
jetzt ist er in solcher Menschen Hände,
die bereit sind zu einer inneren Wende.

Statt sich von der Sinne Gewalt fesseln zu lassen,
nichts zu einen, sondern zu trennen und zu hassen,
sind solche Träger dieses Kelchs bereit,
zur imaginativ sich vollziehenden Geistarbeit.

Als wären sie an eine Werkbank gestellt,
strahlen sie ihre Bilder hinein in die Welt,
und bewirken, dass durch ihr inneres Gebet
ihr Konzept dann wird zu Realität.

3.

Du ahnst es schon,
des Helden Lohn
ist nicht der Ruhm, der ihn einst ehrt,
es ist der Gral, der ihm eine Gnade gewährt.

Diese zu nützen wie ein Schwert,
auf dass sie ihm fruchtbare Ernte gewährt
ist seine Aufgabe sodann
und damit fängt fur ihn ein neues Leben an.

Bevor er wandelnd mit dem Kelch geht um,
vollzieht in ihm selber sich sein Mysterium,
er erlebt in sich eine lebendige Wende,
er begreift den Tod nicht als ein Ende.

Er weiss, wenn der Becher vor ihm leuchtet
und er ihm im Stillen seine Sünden beichtet,
dass alles, was kommt, einer Quelle entspringt,
zu der zurück er seine Träger bringt

Das größte Dunkel entspringt dem Licht,
selbst aus dem Tod das Leben spricht
und auch wo Hass und Streit regieren
wird schließlich zur Einheit die Liebe führen.

Voraus geht der Weg, mit dem Gral voran,
zurück zum Ursprung, als neuer Mann,
nicht mehr getrennt in zwei Geschlechter,
eins in sich selbst, als in sich Gerechter.

Gepaart werden der äußere Schein
und das inneres Sein,
er kann sinnlich spielen
und zugleich im Geistigen fühlen,

Licht und Schatten, Vergehen und Werden,
die Trennung zwischen Himmel und Erden
werden aus der Welt geschafft
durch des Grals versöhnende Kraft


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