Die Welt des Wolfs

Waldhüter-Licus





Waldhueter und Licus

Einst waren wir Freunde auf der Lichtung,
dann nahmen unsere Wege eine andere Richtung,
er wandte ab von der Mitte seinen Blick
und wollte glänzen im eigenen Licht,
statt sich wenden zu der Heimat zurück,
in der nicht gilt der Schein,
sondern die Wahrheit allein.

Er spiegelt jetzt vor den Kleinen,
als etwas Großes zu erscheinen,
und lässt sie in ihrem Wahn gewähren,
wenn sie ihn dafür verehren.

Er will mit seinem Tun beweisen,
dass alles erdbedingte Reisen
nur der Eitelkeit entspringt
und keinem der Sprung gelingt
in eine höhere Welt,
wo niemand nur sich selbst gefällt,
sondern alle der Eigensucht wehren
und nicht nur sich, sondern auch das Größere ehren.



Ich schaue auf das Höhere hin
und dadurch erkenne ich, wer ich bin,
wer nur sich selbst erhöht,
auch nur sich selbst versteht.

In Wahrheit ist jeder ein Teil nur,
kein einziger ist das Ganze schon,
wer meint, er sei größer als andere,
erliegt dem Trugbild einer Illusion.

Wem die Entwicklung gelingt,
die den Teil zum Ganzen bringt,
der spricht nicht mehr von sich,
sondern wird dann zu einem Ich,
wenn er sich zum Du bekehrt
und im anderen erkennt den eigenen Wert.


Ich führe jeden hin zu dem, was er ist,
und frage auch dich, wer du bist.


Mit scharfem Schwert
zeige ich jedem seinen Wert,
mit unbestechlicher Waage
messe ich sein Soll und Haben
und stelle ihm die Frage
nach seinen wahren Gaben,
von denen nicht nur der Schatten spricht,
sondern die bestehen können auch im Licht.




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