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Die Welt des Wolfs

Die Mitte des Lebens



1.

Ein Mensch, in des Lebens Mitte, groß und stark,
weit weg die Wiege, noch lang bis zum Sarg,
denkt nicht mehr an seiner Kindheit Spiele
und will nichts wissen von des Alters Mühe.

Er lebt, als bliebe er für immer so vital,
kraftvoll und immun gegen jede Qual,
Tag für Tag läßt er verstreichen,
ohne des Lebens Sinn zu erreichen.

Er meint, der Starke hat immer Recht,
Gott sei etwas für das schwache Geschlecht,
hortet Geld und Güter, vergnügt sich und lacht
und regiert die Welt mit seiner Macht,

ohne zu bedenken, dass vor ihm andere dies taten,
die auch wie er gedacht und gelebt hatten
und nach ihm kommen schon die Erben,
die warten auf sein frühes Sterben.

2.

Ein Mensch, in einer Welt aus Schein,
will selbst der Größte von allen sein,
mit dickem Bauch und lautem Geschrei,
ruft er seine Follower herbei,

die glauben an seine falschen Reden
und die Wahrheit mit Füßen treten,
sie gefallen sich als seine Freunde
und denunzieren den Rest als Feinde.

So scheint der Aufstieg garantiert,
alle voran, der Käptn führt,
doch wer hoch steigt ohne der Wahrheit Fundament,
unweigerlich in Richtung Abgrund rennt.

3.

Des Lebens Sinn verwechselt leicht,
wer meint, es wäre das, was einer erreicht,
indessen ist das Leben sein eigener Sinn,
und der Tod, der zeigt auf ihn hin.

Wem, durch Krankheit oder Not beschwert,
ein leichtes Leben wird verwehrt,
dem öffnet sich dafür die Sicht,
was Sinn des Lebens ist und was nicht.