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Die Welt des Wolfs

Menschendämmerung



Suchst du nach Göttern in den Wolken
oder willst der Tiere Spur folgen,
dann bist du nicht auf deiner Bahn,
dann bist du zurück oder zu weit voran.

Willst du dein Held sein, der seine Proben besteht,
wenn er mitten durch die Gefahren geht,
wirst du nichts mehr umsonst erhalten
und kannst, was du hast, nicht behalten.

Dann brauchst du das Schwert, dessen Schneide gerecht teilt
und den Wundertrank, der Getrenntes wieder heilt,
damit kannst du tauschen das tägliche Brot
und helfend wirken in erlittener Not.

Suchst du jedoch noch anderer Schutz und Kunst,
erwartest du Lob von ihnen und Gunst,
dann bist du noch einer von denen,
die "wir" sagen und sich nur als Gruppe erkennen.

Statt aus eigenem Mut voran zu gehen,
als eigener Geist zu bestehen,
bist du dann in der Mechanik ein Rad
und schwenkst die Glieder in ihrem Takt.

Inkarniert in seine Hüllen
kann ein Mensch als Ich sich fühlen,
doch wenn er zum Träger einer Uniform degradiert,
wird diese Chance ausradiert.

Es gilt, im Sein zwischen Leib und Geist,
ein Mensch zu werden, der nicht nur so heißt,
sondern sich erinnert an seine Mission,
nicht mehr Tier zu sein und noch nicht Engel schon.

Der Verstand denkt, was er versteht,
der Geist erkennt, was geht und weht,
verstehbar sind nur die festen Gleise,
lebendig und frei ist die wehende Weise.

Niemand weiß, woher die Inspiration weht,
noch wohin ihr Sinn geht,
doch wer sie im Fluge ergreift sodann,
in dem reift ein freies Denken heran.

Für ihn zählt nicht, was die Fakten meinen,
er öffnet sich dem Wissen des Geheimen
und lässt sich davon leiten
zu unbekannten Seiten.

Davor schauert es dem Intellekt,
denn der will es immer konkret,
er scheut sich vor dem Geistesflug
und sieht darin nur Unsinn und Unfug.

Wem es noch etwas ausmacht,
wenn ein anderer über ihn lacht,
für den ist noch nicht zu Ende die Nacht,
aus der er zu seinem Tag erwacht.

Auch wenn manche noch wie Roboter sind,
werde du wie zu einem Kind
und lerne wieder zu spielen,
statt im Gleichschritt zu marschieren.

Dafür braucht es den Mut über’s Wasser zu gehen,
die Zuversicht allein für sich zu bestehen
und die Neugier zum Lesen in geheimen Büchern
statt sich mit bekannten Tatsachen zu begnügen.

Das Ich des Menschen ist dazu in der Lage,
es stellt sich nicht der anderen Frage,
es gibt sich seine Antwort allein
und ist bereit sich selbst zu sein.

Es braucht keiner festen Grenzen Halt,
wenn es sich gefunden hat,
im offenen Meer kann es navigieren
und sich sicher durch die Wellen führen.

Das ist der Mensch, das freie Wesen,
er lässt sich nicht in feste Muster pressen
und sucht nach keinem Kapitän,
er kann seinen Weg alleine gehn.

Er denkt nicht nur an das, was ihm gefällt,
er sieht auch, was anderen fehlt
und kann erst dann sich richtig freuen,
wenn er helfen kann, dass sie weniger leiden.